Stéphanie Meylan

Humour. Humor. Wenn es eine Eigenschaft gibt, die in der Fotografie, mit Ausnahme einiger meisterhafter Gestalten wie Elliott Erwitt, nur selten vorkommt, ist es die, sich selbst nicht allzu wichtig zu nehmen. Daher sollte der Slapstick-Ansatz von Stéphanie Meylan, die Comics, Rock und Rock Comics mag, unterstützt werden. In wenigen Bildern, die ebenso gut Sketche sein könnten, erzählt uns die Fotografin nicht die Abenteuer eines Superhelden, sondern die eines Hyperhelden. So zartgliedrig und schnurrbärtig, dass man ihn für einen Comiczeichner halten könnte, fliegt Hyperman durch abrissreife Gänge, fällt von einem steilen Weg hinunter, belichtet sich selbst mit dem Blitz (Gordon!) und versteckt sich in seinem eigenen Kostüm. Dieses ist aus einem Sternenbanner geschneidert, denn bekanntlich hüllen sich nur Hyperhelden in solche Gewänder. Hyperman kann nur eine fotografische Farce sein. Da er aber alle, oder beinahe alle übernatürlichen Fähigkeiten besitzt, zeigt uns die Leidenschaft, mit der er sich den Abflugversuchen widmet, etwas anderes. Nämlich, dass der Weg in die Freiheit genauso wichtig ist wie die Freiheit selbst. Dass es besser ist, hoch hinaus zu wollen und vorauszuschauen, als das Gegenteil – auch auf die Gefahr hin, dabei auf die Nase zu fallen. Und dass die Fotografie nicht die von Roland Barthes gepriesene Kunstform des Todes ist, sondern für die Leichtigkeit des Lebens steht. Manchmal. Luc Debraine

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